Montag, 18. Dezember 2017
Das Leben einer Erstklässlerin der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin
Ich dachte mir jetzt mal, dass es ja schon 'ne Weile her ist, dass ich was gepostet habe. Also, hey, warum nicht mal wieder einen Beitrag?

Ich habe jetzt im September meine Ausbildung begonnen, hatte bis zum 12.11.2017 erstmal nur Theorie, unsere Klasse war die erste, denn sonst dauert der Block immer nur 5 Wochen, danach wird für 5 Wochen in die Praxis gewechselt.
Auf jeden Fall lerne ich super gern, was sich natürlich auch bemerkbar machte, auch wenn ich nicht viel lerne und auch meist auf den letzten Drücker anfange. Weiß aber alles und bin mittlerweile mit 1.0 Klassenbeste. Gibt Einem auf jeden Fall ein sehr positives Gefühl nach all dem Mist, der mir dieses Jahr widerfahren ist.
Am interessantesten finde ich persönlich natürlich Anatomie, weshalb ich aufgrund meines Abiturs später noch Medizin studieren möchte. Aber prinzipiell helfe ich eben gern Menschen, baue sie auf. Das ist auch der Grund, wieso ich zunächst eine Ausbildung mache. Einige Ärzte wissen die Arbeit der Pfleger kein Stück zu schätzen oder sind auf der humanen Ebene eher weniger "nett".

Ich bin nun seit dem 13.11.2017 in der Praxis auf einer Station, auf der nur die wenigsten Pflegekräfte das Wort "Humanität" jemals gehört haben, geschweige denn in ihrem Wortschatz wieder finden. Einige von ihnen sehen sich in dem Recht, Azubis des ersten Ausbildungsjahres so extremst ausnutzen zu dürfen, dass diese nur im Stützpunkt sitzen und miteinander reden. Ich wusste ja vorher worauf ich mich einlasse, und ich das erste Jahr mehr putze als wirklich etwas pflegerisches zu machen. Aber das ist ja schon heftig. Als hätten sie vergessen, dass sie selbst mal begonnen haben und nicht als Profi zur Welt kamen. Ich sage immer, dass man aus Fehlern lernt und diese auch machen muss. Offensichtlich sieht das nicht jeder so.

Prinzipiell ist mir das egal. Ich muss sie nicht für immer ertragen, trotzdem mit ihnen auskommen und jede der Schwestern darf eine Beurteilung schreiben. Das Problem daran ist, dass sie sehr subjektiv bewerten werden und wenig auf meine Kompetenzen eingehen. Ich für meinen Teil finde, dass ich meine Arbeit sehr gut erledige, auch wenn ich hin und wieder Fehler mache oder noch ein wenig Defizite mache. Aber dafür bin ich ja da. Und dafür kann ich auch Kritik einstecken, aber bitte in einer respektvollen Form. Ich sei ja nicht respektvoll zu einer Schwester gewesen, wird behauptet. Nur, weil ich ihr nicht so antwortete, wie sie es hören wollte. Ich wäre ja genauso "dumm", wie alle anderen, scheiß auf mein Abi und dass ich Klassenbeste bin. Für sie völlig wertlos.
Was ist nur los mit unsere Gesellschaft? Und dann beschweren, dass sich keiner mehr aufraffen kann einen Beruf zu erlernen, der gebraucht wird. Traurige Welt.
Aber gut. Genug aufgeregt für heute.


PS: Ich sagte im letzten Blog etwas über Tattoos und Piercings. Ich meinte nicht unbedingt, dass es den Menschen ausmacht. Aber Tattoos erzählen eine Geschichte. Für mich sind diese sehr ausdrucksstark und gehören in meinem Leben einfach dazu. Ich stehe zu ihnen und bin froh, sie zu haben. Es werden noch mehr kommen, weil sie für mich mittlerweile einen großen Teil meines Lebens ausmachen und sie manchmal mehr ausrücken, was ich will und fühle, als dass ich es sagen könnte.

Das war's von meiner Seite.
Danke für's Lesen. Vielleicht habt ihr ja'n paar Fragen.

Ahoj.:3

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